100 Jahre SPD Ortsverein Holzhausen / Porta

Veröffentlicht am 09.03.2019 in Ortsverein

Achim Post wirbt für die Sozialdemokratie

Am 20.Dezember 1918 wurde im Saale des Gastwirtes Heinrich Maschmeyer die Bildung einer sozialdemokratischen Ortsgruppe für die Gemeinde Holzhausen I beschlossen. In den Protokollen des Holzhauser SPD-Ortsvereins der Jahre um 1920 sei folgendes zitiert:

„Die Sitzungen fanden regelmäßig einmal monatlich am Sonntagnachmittag statt.

Dem zu schnellen Fahren der Automobile durch Holzhausen sollte Einhalt geboten werden mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h.

Die Kinder sollten vom Rektor angehalten werden, die Bekanntmachungen (Anschläge) nicht abzureißen, da sonst keiner informiert wäre.

Gründe, warum die SPD nach Meinung der damaligen Genossen nicht stark genug war: Der Kapitalismus als der größte Feind war zu mächtig und die arbeitende Klasse beteiligte sich zu wenig am öffentlichen und parteipolitischen Leben.“

 

Aber der Holzhauser Ortsverein betreibt inzwischen unverdrossen mehr als 100 Jahre SPD-Politik mit Holzhauser BürgerInnen: aktiv – ortsnah – rot. Er feierte dieses Ereignis jetzt in Holzhausen im örtlichen Lebens- und Gesundheitszentrum Haus Anima nach der Begrüßung durch den Ortsvereinsvorsitzenden Hellmut Hiese mit Essen und Trinken, zahlreichen Reden und Grußworten und passender Musik. Torsten Stuckenholz spielte Gitarrenlieder wie Lindenbergs „Wozu sind Kriege da“ und zum Abschluss „Die Gedanken sind frei“. Dazu passte auch die Festrede von Achim Post, dem hiesigen Bundestags-abgeordneten und stellv. Fraktionsvorsitzenden in Berlin, der u.a. sagte „Ich kann nicht für Frieden sein und dann sagen, es ist mir egal, wohin meine Waffen exportiert werden“ und sich dafür aussprach, wie der Ortsverein weiterhin für Mindestlohn und Steuergerechtigkeit zu kämpfen. Er erinnerte auch an den mutigen SPD-Bundesvorsitzenden Otto Wels, der 1933 in der letzten freien Rede im Deutschen Reichstag das Ermächtigungsgesetz der Nazis ablehnte und warb für ein klares Ja zum Europa des Friedens. Die Landtagsabgeordnete Christina Weng gratulierte ebenfalls herzlich und erinnerte daran, dass auch das Frauenwahlrecht dank der SPD und ihren mutigen Frauen vor nun genau 100 Jahren eingeführt wurde. Conny Wandtke von der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen dankte den aktiven GenossInnen aus Holzhausen für ihren langen Kampf für Arbeitnehmerrechte und wies am Beispiel vieler Paketdienstzusteller darauf hin, dass Arbeitnehmerrechte noch immer untergraben werden. Nach Grußworten von Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Wille, Pfarrer Joachim Schierbaum, Bürgermeister Bernd Hedtmann und dem SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Karsten Donneker gab es dann an den festlich geschmückten Tischen noch vieles zu erzählen.